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Quotensachen

Ausnahmsweise widme ich meine Zeilen heute wieder einmal etwas gegenwärtig aktuellem. In der Bundesregierung, genauer in den direkt relevanten Ministerien für Arbeit und Familie, steht derzeit einmal wieder das Thema einer festgelegten Quote für Frauen in Vorständen, insbesondere in Großunternehmen, an. Wenn ich mich nicht täusche, ist das nicht das erste mal, daß der Punkt in dieser Legislaturperiode besprochen wird, wenngleich diesmal mit einer für die CDU (der beide Ministerinnen angehören) ungewohnten Deutlichkeit. Hierzu ein paar Worte.

Wie ich kürzlich schon angemerkt hatte, spielt die Person für eine wirtschaftliche Funktion (für politische nebenbei genauso) keine Rolle. Das gilt somit auch für das Geschlecht. Ohnehin sehe ich den Unterschied zwischen Männern und Frauen lediglich auf ein, zwei anatomische Details und die Direktfolgen daraus beschränkt. Alles weitere, auch die in der aktuellen Diskussion gern zitierten Studien zu Verhalten und Rezeption weiblichen Personals, ist sozialisationsbedingt und in Zeiten, in denen Rollenbilder rapide an Bedeutung verlieren, schon nicht einmal für die Generation der aktuell neu im Arbeitsleben stehenden Personen gesichert, von kommenden ganz zu schweigen. Ich persönlich würde das Ende des "typisch männlich/weiblich"-Komplexes auch nicht besonders vermissen. Nun möchte ich, wie gesagt, anmerken, daß, wer zu der Gelegenheit kommt, in einem Milliardenunternehmen eine leitende Stellung einzunehmen, bereits so stark in die kapitalistischen Prozesse integriert ist, daß die Person, und daher auch das Geschlecht, quasi nicht mehr existiert. Leitet sich daraus eine Stellungnahme gegen Quoten ab? Sekunde.

Neben der ökonomischen existiert auch noch eine private Ebene, selbst angesichts des engen und lebensverkürzenden Terminplans eines Aufsichtsrates oder Vorstandes. Für diese ist der Posten zweifellos von Bedeutung, aus dem einfachen Grund, daß man sauviel Geld damit verdient, ein Ziel, das in unserer Gesellschaft als erstrebenswert gelten kann. Entsprechend sollte zumindest gewährleistet werden, daß dieser Zustand möglichst jedem potentiell offensteht (mal ganz davon abgesehen, daß es auf Dauer ohnehin Ziel sein sollte, diese massive Einkommensdifferenz zu überwinden).
Setzen wir nun voraus, daß die prinzipiellen Fähigkeiten zwischen den Geschlechtern nicht massiv unterschiedlich sind, dann müßte man eigentlich von einer einigermaßen gleichmäßigen Aufteilung der Positionen ausgehen. Da umgekehrt kaum zu erwarten ist, daß das Verhältnis bei der intellektuellen Administrationsfähigkeit zwischen den Geschlechtern bei 10:1 liegt, scheint hier ein Widerspruch zwischen der kapitalistischen Logik und der Ausformung zu bestehen. Ich werte an dieser Stelle das unternehmerische Verhalten als irrational in Bezug auf die heutigen Gegebenheiten.

Mir scheint, daß noch ein Verständnis der Geschlechterfähigkeiten vorliegt, wie es vor einigen Jahrzehnten möglicherweise erziehungsbedingt gegeben war, aber heute nicht mehr vorliegt. Die Begründung für konkrete Personalentscheidungen, die einem bestimmten Geschlecht auf Dauer mehr zugutekommen, beschränkt sich inzwischen auf ein "Isso, weil isso; haben wir immer so gemacht." Hier ist eine Innovation möglich und aus kapitalistischer Sicht auch wünschenswert, die aus eigenem Antrieb nicht unternommen werden wird. Ergo braucht es unterstützenden Druck von politischer Ebene.
Die von der Familienministerin bevorzugte flexible Quotierung sehe ich dabei eher mit Skepsis. Ein zunächst reizvoller Gedanke, der allerdings voraussetzt, daß eine dauerhafte Sanktionierung der Quotenhöhe durch die Öffentlichkeit erfolgt, Bürger also langfristig eher zu einem Unternehmen mehr Sympathie empfinden, das sich auf 40% festlegt als zu einem, das sich auf 10% beschränkt. Daß hier mehr als ein paar Monate darauf geachtet wird, glaube ich kaum. Somit scheint mir eine Festquote, die das Arbeitsministerium ins Auge faßt, eher geeignet.

Es sollte, zumindest meiner Meinung nach, nicht darum gehen, einzelne Personen dauerhaft in Positionen zu hieven, für die sie nicht geeignet sind. Worum es geht, ist daß sich das Unternehmertum selbst beweisen kann, daß zwischen Frauen und Männern kein signifikanter Unterschied besteht. Das ist im übrigen auch etwas, das diejenigen, die sich davon eine merkliche Änderung im ökonomischen Prozeß erhoffen, enttäuscht feststellen werden - Weibliche Chefs können nicht nur, sondern sind immer, genauso scheußlich wie ihre männlichen Varianten, und Skrupel zu unsozialen Handlungsweisen zur Profitsteigerung werden sie sich genausowenig leisten.
Hier geht es um Gewöhnung, um Aklimatisierung. Ein, zwei Jahrzehnte eine Geschlechterquote auf Führungsebenen, die maximal im Bereich 30-70 abweicht, vorzugsweise weniger, und es wird allen Beteiligten klar sein, daß die Stelle, an der Auswölbungen am Körper bestehen, sich nicht auf das wirtschaftliche Verhalten auswirkt. Von da an läuft die Sache von selbst, und man kann die Quotengesetze auch stillschweigend wieder zurücknehmen.
Wenn schon ausgebeutet wird, dann sollte so ein Detail nicht darüber entscheiden, wer ausbeuten darf.

Mangels geeignetem Copersonal im Privatleben mit einer hundertprozentigen Männerquote im Blog - Euer Politskunk Jerry
17.10.11 20:26
 


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