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Vorbildlich repräsentiert

An dieser Stelle ein paar Zeilen, die mir schon seit längerem durch den Kopf schwirren, aber noch nicht die Zeit und Nerven gefunden haben, sich in Buchstaben umzusetzen.
Im Zusammenhang mit einem ruppigen Angehen eines Mitarbeiters im Rahmen einer Pressekonferenz Herrn Schäubles hatte ich jemandem gegenüber erwähnt, der dies sehr kritisiert hat, daß ich nur von einer Person in der deutschen Politik ein moralisch orientiertes und korrektes Vorgehen erwarte, dem Bundespräsidenten, der damals, wenn ich mich nicht täusche, seit kurzem Herr Wulff war, während bei Ministerien keine Vorbildlichkeit des Amtsträgers von Bedeutung sein sollte, sondern effizientes, funktionales Handeln und ausreichend Autorität innerhalb der Strukturen.
Eine halbe Stunde später bin ich ins Grübeln gekommen, nicht über letzteres, sondern über den erstgenannten Teil. Einmal mehr stoßen wir auf zwei Erwartungen, die sich eigentlich vollständig ausschließen; die Aussage, daß der Bundespräsident Repräsentant und Vorbild sein soll.

Ein Repräsentant zeichnet sich dadurch aus, daß er die Repräsentierten im großen und ganzen darstellt, also die im jeweiligen Zusammenhang relevanten Eigenschaften personifiziert, abbildet oder vertritt.
Ein Vorbild zeichnet sich durch Überdurchschnittlichkeit in einem Bereich oder insgesamt aus, durch Leistungen oder Persönlichkeitszüge, die der Durchschnitt in diesem Maß nicht besitzt und denen er nacheifern kann (streng genommen heißt das, daß ein Vorbild, das seine Funktion erfüllt, keines mehr ist).

Ein Musterschüler ist vorbildlich, aber nicht repräsentativ, für einen Durchschnittsschüler gilt das umgekehrte. Beides zugleich geht nicht.
Erwarten wir nun von politischen Figuren, seien es Parlamentarier oder Landesoberhäupter (auch Gewerkschaftsfunktionäre fallen vermutlich darunter), daß sie sowohl repräsentieren als auch Vorbild sind, ist diese Forderung unmöglich. In der Praxis scheint es so, daß die Rolle als Vorbild öffentlich und medial als die wichtigere bewertet wird, während die Repräsentativität zu vernachlässigen ist. Nichtsdestotrotz findet sich auch immer wieder der "einer von uns"-Nimbus.
Schwierig für mich, hierbei einen eigenen Standpunkt zu bilden, mich vollständig für eins von beidem zu entscheiden. Eventuell würde eine weiter Ämtertrennung helfen. Mein Gedanke, den Bundespräsidenten zu losen, gefällt mir weiterhin.


P.S.: Wenn jemand daß Gefühl haben sollte, daß die Qualität meiner Einträge spürbar nachläßt; dem stimme ich zu. Irgendwie bekomme ich seit einer Weile keinen guten Text mehr auf den Bildschirm, und mein Verlangen, mich überhaupt mit Politik zu beschäftigen, läßt nach.
27.2.12 19:55
 


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