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Sprit alle?

Hallo mal wieder nach gewohnt langer Pause. So sehr ich mich darum bemühe, noch kann ich die allgemeine Berichterstattung nicht gänzlich aus meinem Leben ausblenden, die in Nachrichten und ähnlichem vermittelt wird. Aus derart aktuellem entwickelt sich dann auch leicht ein leiser Mailverkehr an die Institutionen der Republik.
Gegenwärtig scheint mir unter anderem der saisonal bedingt hohe Benzinpreis eine Rolle zu spielen, bei dem die gesellschaftlichen und politischen Instanzen darüber diskutieren, wie er kompensiert oder kontrolliert werden könnte, um unseren gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Jenseits des Oligopols im Mineralölbereich und der unsinnigen Äußerung mancher, daß die aktuelle Entwicklung nicht auch nachfragebedingt sei, drängt sich mir aber auch ein anderer Gedanke auf.
Die Rohstoffe unseres Planeten reichen nicht ewig, und gerade beim Erdöl, das der vorrangige Treibstofflieferant ist, ist ein Ende der Ressourcen ziemlich bald absehbar, ob nun in dreißig oder fünfzig Jahren. Alternative Antriebssysteme für PKWs sind in Arbeit, aber wohl nicht vollständig in der Lage, diesen Wegfall zu kompensieren (Elektronik und damit verbunden Wasserstoffmotoren brauchen Energie, die, da Kohle und Erdgas auch nicht ewig halten, phasenweise etwas wertvoller werden könnte, Solartechnologie für Autos scheint noch nicht ausreichend). In meinen Augen heißt das, daß wir uns von dem in den letzten Jahrzehnten zur Gewohnheit gewordenen Umstand der allgemeinen Motorisierung zumindest zum Teil verabschieden dürfen.
Hier kommt, besonders für dünner besiedelte Regionen wie in Norddeutschland, ein dramatischer Strukturwandel auf uns zu, der, wenn keine Vorbereitungen getroffen werden, einige abgelegene Gebiete durchaus die Lebensfähigkeit kosten kann. Mobilität wird verringert, tägliche Wege von fünzig oder mehr Kilometern sind kaum noch möglich. Die regionale Eigenversorgung gewinnt an Bedeutung, ebenso die Möglichkeit, wohnraumnah zu arbeiten. Die soziale und kulturelle Veränderung, die daraus erwächst, sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden.
Wir können uns, wie es weite Teile der Gesellschaft einmal wieder fordern, einem stupiden "Weiter so" hingeben, an dessen Ende der eine oder andere noch lang genug lebt, um die Überraschung mitzubekommen, oder uns schrittweise auf die Veränderungen einstellen und uns bemühen, sie erträglich zu gestalten.
Eine Verringerung des Mobilitätswahns unserer Gesellschaft wäre ein Schritt in diese Richtung, indem es eben nicht länger als normal hingestellt wird, heute in Kiel, morgen in Passau tätig zu sein, und dies auch nicht länger gefordert wird. Das gelegentlich erbetene Umsteigen auf Bahn und ÖPNV ist ein anderer Aspekt, der stärkerer Durchsetzung bedarf, wobei der Druck auf diese Betriebe einer deutlichen Erhöhung bedarf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden - und sofern dies in privatem Besitz nicht möglich ist, wird die Vergesellschaftung eben nötig. Und Wege von einem oder zwei Kilometern sollte eigentlich jeder, der nicht mit Benachteiligungen zu leben hat, problemlos zu Fuß schaffen.
Stärkere Einschränkungen beim Ferntransport von Waren sind ebenfalls etwas, das allmählich fällig wird.

Ein erhöhter Benzinpreis ist nicht nur ein Problem (was es bei individuellen Verpflichtungen natürlich auch sein kann), sondern auch eine Chance, alte Gewohnheiten zu überwinden. Genau dafür sollten wir diese Tage nutzen.
Und nebenbei schadet es auch nicht, wenn mal ein bißchen weniger von dem Zeug aus den Auspuffs kommt.

Ungewohnt ökologisch, Euer Politskunk Jerry


P.S.: Aus dem bedauerlichen, aktuellen Anlaß streunender Lynchmobs und gesellschaftlichen Hasses, ein Verweis auf einen älteren Artikel.
3.4.12 22:25
 


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