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Bin dagegen

Hallo einmal wieder, nach längerer, schon wieder viel zu langer Zeit. Gemäßigter Heavy Metal dröhnt in meinen dreieinhalb Wänden und bietet den Anstoß, ein paar überfällige Zeilen zu tippen.
Wie ich schon ein paar mal auch hier im Blog erwähnte und aus meinen Ausführungen ohnehin ersichtlich wird, neige ich zu Nonkonformismus, schon beinahe auf eine zwanghafte Weise und ungebremst von Vernunft oder Verstand. Ich passe mich an mein Umfeld an, indem ich mir auf die Schnelle ein Gefühl verschaffe, welche Standpunkte, Sichtweisen und Vorlieben dominieren und mich instinktiv gegen diese stelle oder sie zumindest stark relativiere, wo meine paar Überzeugungen nicht mehr zulassen. Konsistenz ist mir da zweitrangig, ich kann ohne Gewissensbisse in verschiedenen Umgebungen komplett entgegengesetzte Meinungen vertreten und tue das auch. Noch lustiger wird die Sache natürlich, wenn ich es tatsächlich schaffe, die Meute, in der ich mich aufhalte, zu überzeugen, da daraus natürlich sofort eine neue Situation entsteht, gegen die es sich zu wenden gilt.
Eine Anekdote über Sokrates sagt, daß er seine Zuhörer von einer These mit unwiderlegbaren Argumenten überzeugte, und als das geschafft war, eine genau umgekehrte mit ebenso guten Argumenten vorlegte bis er sie durchgesetzt hatte. Er tat das, der Geschichte nach, um zum Nachdenken anzuregen über unumstößliche Wahrheiten und die Bereitschaft, sich überzeugen zu lassen. Bei mir läuft das, rhetorisch natürlich weit weniger gekonnt, reflexhaft ab.

Teils bringt das seine Vorteile, indem es mich vieles hinterfragen läßt. Zu einem größeren Teil stört es. Zumindest gedanklich stehe ich fast permanent mit irgendjemandem in Diskussion, was dem auch bei mir vorhandenen Harmoniebedürfnis (das mir einige, die mich kennen wohl nicht zutrauen würden) nicht gerade hilft. Weiß man von dieser Eigenschaft, werde ich ausgesprochen berechenbar und genauso zu einem Herdentier wie diejenigen, von denen ich mich jeweils abzugrenzen bemühe, vermutlich noch mehr. Eine wirkliche eigene Meinung habe ich nur zu wenigem, auch wenn ich mehr äußere. Und selbst diese, wie auch diverse Vorlieben (bei manchen Künstlern oder Fernsehsendungen habe ich den Konsum eingestellt, weil sie für meinen Geschmack zu bekannt wurden) fallen der Marotte zum Opfer.

Ein weiteres Problemchen wurde mir gerade eben wieder bewußt. Der Drang nach Freiheit, Unabhängigkeit, Eigenständigkeit scheint derzeit einmal wieder stärker in der Gesellschaft ausgeprägt, zumindest ist das mein Eindruck. Man selbst zu sein, sich nicht dem Mainstream anzupassen, eben anders zu sein... Ich möchte fast behaupten, daß diese Einstellung zu einer Art Trend wird. Folgerichtig überkommt mich das Bedürfnis, mich dagegen aufzulehnen. Das wiederum bedeutet, zu einem sich unterordnenden Gemeinschaftsteil zu werden, sich zu einem Teil der Masse zu machen und anzupassen. Gerade die hier gerade laufende Musik aus dem Metal-Genre, deren Lyrik so oft auf Rebellentum und Freiheit abzielt, hinterläßt das Verlangen, zu einem stummen Rädchen in der Maschinerie zu werden, um mich der Masse zu widersetzen.
Nonkonformistischer Konformismus? Rebellisch mit dem Strom schwimmen? Und was, wenn ich die Protestkultur als zentralen Aspekt erkenne, an den ich mich anschließen muß, um mich von ihm zu distanzieren?
Ich bin so langsam in einem Logikzirkel gefangen, aus dem ich eine Ausbruchsmöglichkeit finden muß.

Alle Kreter lügen, Euer Politskunk Jerry
30.4.12 19:15
 


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