Das Politskunk
  Startseite
    allgemein
    gesellschaftliches
    philosophisches
    politisches
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    ernstanders

    - mehr Freunde


Letztes Feedback


http://myblog.de/stripedstar

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Brot und Spiele

"panem et circensis" gilt der Redewendung nach als Grundlage einer erfolgreichen Regierung, die Bereitstellung von, der römischen Herkunft des Worts nach, Brot und Zirkusspielen, um die Bevölkerung ruhig und zufrieden zu halten und somit ernstere politische Angelegenheiten ohne weitere Einmischung handhaben zu können. Die Aussage wird häufig mit Kritik verbunden, da eine Einbeziehung der Bürger in Entscheidungen, und damit auch zumindest das Vermeiden von ablenkenden Faktoren, als wünschenswert gilt. Liegt hier wirklich ein Problem vor?

Die Prämisse beinhaltet zum einen, in der Metapher des Brotes, die Gewährleistung primärer Überlebensbedürfnisse, ob hinreichend oder zufriedenstellend liegt in der Interpretation. Das beinhaltet natürlich die Ernährung, desweiteren auch Unterkunft, Gesundheit (soweit möglich), Sicherheit z.B. in Form von Frieden, genügend Erholung, eventuell Sexualität, usw.
Zum anderen haben wir das Bild der "Spiele". Lösen wir das von der sich geistig aufdrängenden niederen Zerstreuung (wie etwa in Form von Pferderennen), öffnet sich auch hier ein weites Feld, das sich im großen und ganzen unter "Erfüllung" oder "Glück" zusammenfassen ließe. Welche Launen und Vorlieben zu diesem Punkt führen, ist individuell weitaus verschiedener, ob nun Liebe und Freundschaft, der Erwerb von Wissen, das Nachgehen einer bestimmten Beschäftigung in Freizeit oder Beruf, Kontakt zu Landschaft und Tier, und unzähliges mehr.

Betrachten wir Politik, nicht nur auf Ebene der Verwaltungsträger, sondern auch von Seiten der Bürger, finden wir bei beinahe allen Forderungen und Umsetzungen etwas vor, das in einen der beiden Bereiche führt. Konfliktlinien verlaufen nicht zwischen "Brot und Spielen" auf der einen Seite und einem aufgeklärten Geist, der darüber erhaben ist auf der anderen, sondern zwischen den Unteraspekten. Unzufriedenheit resultiert daraus, daß man Gewichtungen nicht teilt (wenn man auf aktuellere politische Punkte abzielt, ließe sich sagen, daß ein eher etatistisches Schema, wie bei CDU und Linke, stärker auf "Brot" aus ist, ein liberales, wie bei FDP und Piraten, mehr auf "Spiele".
Wo das Volk regiert, auch in direkter Form, strebt es nach "Brot und Spielen"; andere Ziele gibt die menschliche Natur einfach nicht vor. Was nun unterscheidet das von einer Autokratie, in der beides in gutem Maß geliefert wird? Vermutlich nur der Wille zur Selbstherrschaft und die Überzeugung, es besser zu können.

Das Gegenteil von Brot und Spielen sind Elend und Verzweiflung. Das klingt vermutlich auch für diejenigen, die das Konzept zu kritisieren glauben nicht besser.
12.5.12 11:00
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung